Papierfabrik Blankenberg (Stand: Mai 2013)


Seit 1843 wurde im thüringischen Blankenberg an der Saale maschinell Papier hergestellt. Nachdem die technische Erstausrüstung trotz mehrmaliger Umbauten und Erweiterungen an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt war, wurde im Jahre 1900 eine hochmoderne Langsiebpapiermaschine der Maschinenfabrik Heinrich Füllner aus Warmbrunn in Niederschlesien gekauft, die 1909 ihren Betrieb aufnehmen konnte. Diese Maschine tat wacker bis zur Produktionseinstellung des Werkes im Jahre 1993 ihren Dienst und ist bis heute noch weitgehend komplett erhalten.

Für die Materialan- und abfuhr errichtete man 1895 eine knapp 3 km lange Feldbahnstrecke in 600 mm Spurweite ins benachbarte Blankenstein, wo Bahnanschluss in Richtung Saalfeld und in Richtung Hof bestand sowie sich eine weitere, ebenfalls zur Fa. Wiede gehörende Papierfabrik befand. Die Feldbahn wurde anfangs mit Pferden betrieben, weshalb auch heute noch der Name "Pferdebahn" gebräuchlich ist. Später wurden die Pferde durch eine Dampflok der Fa. Hanomag abgelöst. In den letzten Jahrzehnten des Betriebes waren mehrere Dieselloks von LKM Babelsberg (Ns2f, Ns2h) sowie Skoda (BN30R) im Einsatz, die teilweise heute noch vorhanden sind.

Bedingt durch die unmittelbare Lage im innerdeutschen Grenzgebiet war die Bahn trotz ihrer überaus reizvollen Streckenführung am Ufer der Saale entlang lange Zeit praktisch unzugänglich, so dass nur wenige Aufnahmen aus den letzten Betriebsjahrzehnten existieren. Mit dem Übergang der Papierfabrik in den Gemeindebesitz im Jahre 2008 und dem Ausbau als Museum besteht nunmehr die Möglichkeit, auch der Feldbahn wieder neues Leben einzuhauchen. Entsprechende Bestrebungen von Feldbahnfreunden aus der Region sind im Gange. Im Vorfeld dazu fand im Mai 2013 eine Probebefahrung statt, bei der neben einigen Originalfahrzeugen die spanische OyK aus Delitzsch, die DL6 aus Woltersdorf sowie verschiedene Loren aus Dossenheim, Leipzig und Rehbrücke zum Einsatz kamen.

 
Freilegen der Gleisanlagen.   Herausziehen der Ns2h.
 
Die Ns2h auf dem Werkhof.   Die BN30R in der Papierrollenverladung.
 
Die Dossenheimer Motorlore auf Streckenerkundung.   Erste Streckenbefahrung mit allen Fahrzeugen.
 
Eine Südländerin am Saalestrand: Die OyK M00!   Blick entlang der Saale mit dem Ort Blankenstein.
 
Die OyK mit zwei "Säurewagen".   Die DL6 an den ehemaligen Fischteichen.