Ziegelei Herzfelde (Stand: April 2010)


In der traditionsreichen Ziegeleiregion Hennickendorf-Herzfelde östlich von Berlin endete die Ziegelproduktion unmittelbar nach der Wende im Jahre 1990, so auch im vormaligen VEB Ziegelwerk "Rotes Banner" Herzfelde (früher Ziegelei Gebrüder Mann). Die Feldbahn dieses Werkes war erst unmittelbar vor der Wende in 600 mm neu wiedererrichtet und mit Gebrauchtfahrzeugen aus anderen Ziegelwerken bestückt worden.

Mit der Einstellung des Ziegeleibetriebes versank die Feldbahn in einem Dornröschenschlaf: Die Loks wurden in den Schuppen hinterstellt und die Gleise wucherten langsam zu. Im Laufe der Jahre wurden lediglich die Gleise im Grubengelände und im Bereich des Tonbunkers abgerissen sowie die Loren (1,75 m³) weitgehend verschrottet bzw. abgegeben. Der Rest der Anlagen blieb unberührt, da er schlicht und einfach bei der Weiternutzung des Geländes als Deponie und Biogasanlage nicht störte. Der andernorts in solchen Fällen übliche Exodus des Lokparks scheiterte glücklicherweise an der Feldbahnaffinität des neuen Eigentümers des Ziegeleigrundstücks, der alle Kaufgesuche abblockte.

Und so trafen Brandenburger Feldbahner im Herbst 2009 mit ihrem Anliegen, die Feldbahnstrecke wiederzubeleben, auf offene Ohren. Was eigentlich als einmalige Aktion gedacht war, bot so die Basis für mehr: In enger Abstimmung mit dem Eigentümer wird nun eine langfristige Sicherung und der Erhalt der Strecke angestrebt, um die letzte originale Ziegeleibahn östlich Berlins vor dem Vergessen zu bewahren. Mehr dazu auf der Webseite des 2010 gegründeten Ziegeleibahn Herzfelde e.V.!

 
Lokschuppen I mit den inzwischen wieder betriebsfähigen Ns1 (LKM 247174) und Ns2f (LKM 248613).   Die Ns1 am Überweg am Lokschuppen II.
 
Idyllisch: Feldbahnzug mit Woltersdorfer DL6 und dem Lokschuppen I und der Petershagener DL6 im Hintergrund.   Die Woltersdorfer DL6 unter dem auf tunnelgerechtes Maß gestutzten Pflaumenbaum.
 
Die zwanzig Jahre nicht befahrene Strecke bedurfte diverser Korrekturen vor der ersten Wiederbefahrung.   Das derzeitige Streckenende unter der Hennickendorfer Straße.
 
Freischnitt des Gleises zum Lokschuppen II. Links eine Kastenlore aus Zeesen.   Die aus dem Schuppen II geborgene Ns2f LKM 248908 (ex. 485 mm!) am Überweg nahe dem Lokschuppen I.
Das Brandenburger Feldbahnteam nebst norddeutscher Unterstützung nach der erfolgreichen Wiederbelebung der Strecke am 24.10.2009 vor dem Lokschuppen I.