Torfwerk Stralendorf (Stand: Okt. 2005)


Das Torfwerk Stralendorf liegt wenige Kilometer südwestlich vor den Toren der mecklenburgischen Landeshauptstadt Schwerin. Erfolgte anfangs die Torfgewinnung vor allem zu gärtnerischen Zwecken, so das Moor wird heute ausschließlich zu Heilzwecken abgebaut. Der Verwendung als Schlammbäder und Moorpackungen entsprechend wird das Moor entgegen anderen Torfwerken nass ausgebaggert und in diesem Zustand zur Verarbeitung gefahren. Der Transport erfolgt nach wie vor ausschließlich mit der Feldbahn, da die Abbaukonzession einen gleislosen Transport aus Umweltschutzgründen verbietet. Im Werk wird das Material dann in zwei Stufen zu Brei verarbeitet und abgepackt.

Die Feldbahnanlage in 600 mm Spurweite ist sehr einfach gehalten: Das Streckengleis führt über die beiden Abkippstellen (1x Föderband, 1x Beschicker) direkt in den nur noch eingleisigen Lokschuppen, wobei zwischen Beschickerhalle und Lokschuppen ein Abstellgleis für einen zweiten Lorenzug abzweigt. Die Strecke ist u-förmig angelegt und hate eine Länge von gut 1 km. Das Oberbaumaterial besteht fast ausschließlich aus Schienen des Profils S10 auf Stahlschwellen.

Die Züge werden aus fünf Kipploren á 0,75 m³ gebildet, welche beladen auf Grund der schweren, nassen Fracht für die Loks Grenzlast bedeuten. Insgesamt sind zwei Loks vorhanden, die auch beide betriebsfähig sind, sowie 10 Kipploren á 0,75 m³. Bei den Loks handelt es sich um eine Ns1b mit dem Rahmeneinschlag "002", was auf die LKM 47002 hindeuten könnte, während es sich bei der zweiten Lok um eine BN15R handelt. Beide Maschinen sind erheblich umgebaut und mit Austauschmotoren versehen worden.

Die Perspektive der Bahn erscheint zumindest mittelfristig gesichert, da der Torfabbau nur per Feldbahn erfolgen kann. Wegen des relativ geringen Bedarfs wird jedoch nur etwa 2x wöchentlich gefahren und dies auch nur bei trockener Witterung.

 
Gesamtansicht des Werkes.   Die Einsatzlok: Eine Ns1.
 
Beladung des Zuges im Moor.   Rückfahrt durch das Moor.
 
Entladung des Zuges.   Die Reservelok: Eine BN15R von CKD.