Lok 2 (DL6 - Aufarbeitung)


Dieter Resinger hatte an der DL6 in Fredenbeck-Wedel bereits gute Vorarbeit geleistet und die wichtigsten Punkte abgearbeitet: Komplettierung der Fehlteile (u.a. Sitz), neue Batterie, Aufschweissen der Achsen, neue Ketten. Die Lok war damit eigentlich uneingeschränkt einsetzbar, jedoch gab es natürlich noch ein paar Kleinigkeiten:

Elektrik Die Leitungen der erst bei ihrem Einsatz im Torf mit einer elektrischen Anlage versehenen Lok waren größtenteils marode und mussten dringend ersetzt werden. Der Regler der Lichtmaschine sowie der Glühüberwacher waren defekt. Ersterer nahm sich eine Fachwerkstattt an, während der defekte Glühüberwacher in Zusammenspiel mit dem völlig korodierten Vorwiderstand den Anlass zum Umbau auf eine moderne Glühstiftkerzenanlage bot. Ein bislang ungenutztes Loch im Armaturenbrett wurde hingegen aufgebohrt und nimmt nun den Betriebsstundenzähler auf. Die etwas deplaziert unter dem Sitz stehende Batterie erhielt eine separate Halterung, die auch einen Hauptschalter aufweist.
Motor Der optisch und akustisch sehr gute Motor offenbarte bislang lediglich einen verschlammten Spritfilter sowie eine fehlende Auspuffhalterung, die schnell ersetzt wurden. Da der letzte Ölwechsel nicht zu datieren war, wurde das Öl komplett getauscht.
Getriebe Während die Schalträder und die Kupplungen einen sehr guten Eindruck machten, waren die mit einem beachtlichen Spiel im Gehäuse sitzenden Schalthebel neu auszubuchsen, was der Schaltbarkeit des Getriebes gut tat. Bei der Gelegenheit wurde auch das Getriebeöl gewechselt.
Motorhaube Die praktisch völlig unverbastelte Haube weist lediglich in den Schweissnähten der Winkeleisen einige Risse auf, die bei Gelegenheit einmal zu schweissen sind.
Fahrwerk Die aufgeschweissten Achsen waren bei Übernahme ganz klar in einem guten Zustand, jedoch war das Spurmaß fast zwei Zentimeter zu groß. Dies hatte in einigen Weichen außerhalb von Woltersdorf bereits zu Entgleisungen geführt. Das Problem wurde nach einem misslungenen Umpressversuch durch ein Paar neue Achswellen und angepasste Bremstraversen/-aufhängungen gelöst.

Eine Neulackierung der wunderschön betriebsechten Lok ist übrigens nicht vorgesehen. Vielmehr soll die Lok im letzten Einsatzzustand verbleiben und somit einen interessanten Kontrast zur voll aufgearbeiteten Jung EL 110 bilden.


Bilder von der Aufarbeitung:
Nachfolgend einige Bilder von der Aufarbeitung der Lok in chronologischer Reihenfolge.

 
22.12.2008: Blick ins geöffnete Getriebe. Schön zu sehen sind im Vordergrund die Kupplungen für die beiden Gänge sowie ganz hinten die Zwischenwelle für den Fahrtrichtungswechsel.   01.01.2009: Der Motor mit erneuerter Elektrik.
 
01.01.2009: Blick in den Spritfilter. Am Boden ein undefinierbarer gelb-brauner Schlamm.   31.01.2009: Der neue Batteriehalter mit Hauptschalter.
 
21.03.2009: Das zerlegte und gereinigte Getriebe. Im Ölschlamm kam bei der Reinigung neben diversen Metallspänen auch die abgefallene Gegenmutter des Ganghebels zum Vorschein.   22.03.2009: Nach Fertigstellung des Getriebedeckels ging es an den Zusammenbau.
 
28.03.2009: Blick auf Motor, Getriebe und den neuen Batteriehalter.   24.09.2011: Die mit Hilfe neuer Achswellen auf das richtige Spurmass gebrachten Achsen.

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