Lore 4 (Lorenfahrgestell)


Bei der Lore 4 handelt es sich analog zur Lore 2 um das Fahrgestell einer genieteten 0,75 m³-Kipplore aus der Zeit um 1930, also bevor eine Standardisierung der Feldbahnloren nach DIN erfolgte. Über den Hersteller ist nichts genaues bekannt. Die irgendwie typisch geformten Lagerböcke müssten sich jedoch einem konkreten Hersteller zuordnen lassen. Verschiedene Merkmale des Rahmens wie Art und Lage der Nietung und Untergurtung könnten auf Arthur Koppel, Potsdam als Hersteller hindeuten. Das Fahrzeug war jedoch im Laufe seines Einsatzes mit neuen Lagern, neuen Radsätzen und insbesondere einer fremden Mulde ausgerüstet worden, was die Bestimmung etwas schwierig macht.

Die Lore stand zuletzt bei der kleinen Ziegelei Kornaszewski & Co. in Jankow im Einsatz und wurde gegen Ende der Saison 2003 ausgemustert. Der jahrzehntelange harte Einsatz hatte die Lore gezeichnet: Die Mulde war inzwischen durchgerostet, der Rahmen leicht verzogen und die nachträglich eingepassten größeren Radsätze hatten am Rahmen ihre Spuren hinterlassen.

Insgesamt machte das Fahrgestell jedoch noch einen recht guten Eindruck. Insbesondere die für alte Loren sonst so typischen Rostschäden am Rahmen fehlten, so dass ich das Fahrwerk nach kurzem Überlegen erwarb. Die Mulde hingegen ließ ich vor Ort, da eine Aufarbeitung wenig sinnvoll erschein und die knappe Transportkapazität so besser für die Lore 5 genutzt werden sollte.

Im April 2005 wurde die Lore schließlich wegen der als zu aufwändig angesehenen Aufarbeitung aus dem Bestand gestrichen und als Ersatzteilspender zerlegt. Der Rahmen ging dabei an die Feldbahnsammlung Fredersdorf, wo er Teile für die Rekonstruktion des Strüver-Schienenkulis liefern soll.

Die Lore bei der Ankunft in Woltersdorf.