Schaustelle Kuhhorst (Stand: September 2003)

- von Jörg Stechbart -


Die lokale Feldbahn zu präsentieren, fühlen sich einige Gleichgesinnte um Bernd Brockel aus dem brandenburgischen Kuhhorst - nordwestlich von Berlin gelegen - verpflichtet. Dieser kleine abgeschiedene Ort ist einmalig, es gibt diesen Ortsnamen nur einmal in Deutschland und doch so typisch für das Brandenburger Land. Vielen ist dieser Landstrich als Zwischenstation auf dem Weg der Kraniche bekannt, welche zur Zeit zahlreich zu beobachten sind.

Zur Verbindung der Orte und deren Güter wurde ein umfangreiches Feldbahnnetz errichtet, welches in seiner Blütezeit um 1920 insgesamt eine Ausdehnung von über 60 Kilometer erreichte. Auf diesem wurden landwirtschaftliche Güter und Produkte transportiert, den Kindern machte sie den Schulweg angenehmer. Auf Grund der Ausdehnung kamen sehr zeitig Lokomotiven zum Einsatz. Da der Oberbau der 600 mm-Bahn bis zuletzt sehr leicht war, vergleichbar mit dem standardisierten Profil S7, wurden auch nur leichte Fahrzeuge eingesetzt. Eine Auswahl ehemaliger Originalfahrzeuge kann in einer Schauanlage an der Dorfstraße besichtigt werden. Auf dem weiträumigen Areal werden neben der Feldbahn auch landwirtschaftliche Geräte und Maschinen ausgestellt. So findet sich manch interessanter Traktorveteran, dessen Motor auch in einer Feldbahnlokomotive eine gute Figur machen würde.

Interessant wird der Rundgang durch das Betrachten der Details, sei es ein Stück Originalgleis im Kopfsteinpflaster der Dorfstraße, oder der zweiflanschigen Räder an einigen Loren. Leider stehen alle Ausstellungsstücke unter freiem Himmel, so nagt der Zahn der Zeit doch deutlich sichtbar an den Exponaten. Eine dauerhafte Sicherung der Ausstellung in einem langfristigen kommunalen Projekt wird angestrebt, es gibt jedoch noch keine Lösung. Mit der Umgestaltung des ehemaligen Gutshofes in eine Werkstatt mit Wohnheimen für Behinderte mussten die noch vorhandenen Gleise sogar kurzfristig ausgebaut werden. Eine Integration der Feldbahn in das Vorhaben kam für die Entscheidungsträger nicht in Frage.

 
Die kleine O&K-Lok vom Typ MD 1 besitzt einen Austauschmotor und einen neuen Vorbau.   Was für ein Feldbahnzug! Vorn ein Muldenkipper der Fa.Dolberg, den man irgendwo ausgegraben (!) hat.
 
Ein kleiner Muldenkipper aus der Vorkriegszeit.   Eine zum Drehschemelwagen umgebaute Lore.
 
Relikt aus der Frühzeit der Feldbahn: Eine Lore mit Doppelflanschrädern...   ... und die dazu passenden Schienen, die bei Einpflasterung zwei Spurrillen benötigen!