Wedeler Feldbahn (Stand: November 2006)

- von Jörg Stechbart -


Eine Vorbild-Feldbahn ist im wahrsten Sinne des Wortes die der Familie Resinger in Fredenbeck-Wedel. Diese Aussage trifft in mehrfacher Hinsicht zu, doch eins nach dem anderen.

Am Anfang steht das Feld. Die ursächliche Leidenschaft von Dieter Resinger galt den gummibereiften Feldfahrzeugen, ganz speziell den Schleppern der Marke Lanz. Nun könnte man meinen, da hat jemand seine Passion gefunden und das füllt ihn aus. Doch irgendwo musste da noch etwas in den Genen stecken. So führte ein Zufallsfund im September 1994, wir kennen das bereits, zu der Erkenntnis, auf ein Feld gehören Schienen. Eine Erklärung war auch sehr schnell gefunden, schließlich besaß bereits der Großvater eine Feldbahn, allerdings wohl eher weniger aus Leidenschaft.

Doch leidenschaftlich ging es an den Aufbau der eigenen Feldbahn. Mit tatkräftiger Unterstützung durch Sohn Christian entstand in verhältnismäßig kurzer Zeit eine sehr beachtliche Feldbahnanlage. Diese besticht durch ihre sehr authentische Einbindung in das natürliche Umfeld. Hier lässt sich nachvollziehen, worin insbesondere die Vorteile dieser bodenschonenden Transportart liegen.

Zum Konzept gehört die Darstellung des regionalen Feldbahnwesens. Somit entspricht nicht nur der Oberbau einer Torfbahn, sondern gerade mit dem Fahrzeugpark wird sehr repräsentativ auf die örtliche Feldbahngeschichte eingegangen. So liegt der Schwerpunkt der Sammlung bei den Herstellern Hatlapa, Strüver, Kröhnke, Diema und Schöma. Insbesondere beim Strüver Schienenkuli und der Diema DL 6 können einzelne Entwicklungsschritte der z.T. jahrzehntelangen Fertigung anhand typischer Bauartvertreter gezeigt werden. Einen derart repräsentativen Überblick gewinnt man gerade auf diesem Sektor wohl in keinem Museum. Besonders Bemerkenswert ist der gute betriebsbereite Zustand fast aller Fahrzeuge, da steckt viel Arbeit drin!

Erfrischend ist die Art des Umgangs mit Gleichgesinnten. So entstand im Laufe der Jahre ein regelrechtes Netzwerk von Feldbahnfreunden, in dem das Vater / Sohn-Team eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Hier wird jedem geholfen, der dem Hobby aufgeschlossen und mit ehrlichen Absichten begegnet. Es wird nicht zum eigenen Vorteil sondern im Sinne einer gemeinsamen Freizeitgestaltung gehandelt. So liegt ihnen der Informationsaustausch zu abgestellten Fahrzeugen, Teilen und Dokumenten besonders am Herzen, immer vor dem Hintergrund, den unwiederbringlichen Verlust - wie durch Verschrottung - zu verhindern. Zahlreiche Feldbahnkollegen haben davon bereits profitiert und konnten auf diese Weise zu bezahlbaren Preisen ihrer eigenen Feldbahn die nötige Traktion verleihen. Ist eine Lok erst bei irgendeinem Internetauktionshaus eingestellt, macht zwar der Verkäufer in der Regel einen guten "Schnitt", aber der großen Feldbahngemeinde ist damit kein Dienst erwiesen. Es möge ein Hobby für ALLE Interessierten bleiben. Also ein Besuch, der immer lohnt!

 
Diema DL6 als "Hilfszugbereitschaft"   Ein Schmückstück: Der Strüver Schienenkuli
 
Diema DS12 mit Lorenzug   Kurzzug mit Strüver Schienenkuli
 
Ein optischer Leckerbissen: Eine RL 1a von O&K aus Nordhausen.   Dürfte eigentlich in keiner gut sortierten Sammlung fehlen: Eine Ns1 von LKM Babelsberg.
 
typisch Torfbahn: Eine mehrfache Bachquerung...   ...und eine Brücke über einen Bach.
Selten: Kletterweichen für mobiles Gleis.