Torfwerk Zemlin (Stand: April 2004)


Die Torfbahn im pommerschen Zemlin (Samlino) setzt als eine der wenigen Feldbahnen in Polen ausschließlich Loks des deutschen Herstellers Diema ein. Bei den sechs vorhandenen Maschinen handelt es sich um die Bauarten DS14 und DL6 (genauer gesagt DFL10/16), die einst auf holländischen Bahnen im Raum Groningen ihren Dienst taten und Anfang der 90er Jahre günstig erworben werden konnten. Sie lösten die bis dahin hier eingesetzten Maschinen der polnischen Standardbauart Wls50 ab, die mit ihren 7 t Gesamtgewicht für den Einsatz im Moor um einiges zu schwer waren. Ein letztes Exemplar (EAW Posen 2343/1975) findet sich noch halb unter Torf verschüttet in einer Ecke des Werkes. Zum Einsatz kommen jeweils zwei Maschinen, wobei eine als Hofdame die Rangierarbeiten an der Halle übernimmt und die andere ins Abbaufeld pendelt.

Die Strecken sind nicht sonderlich aufregend, aber durchaus reizvoll. Die Bahn verläuft in einem Bogen in Richtung Nordosten aus dem Werk hinaus und gabelt sich am Eingang des Abbaugebietes in zwei Äste, deren östlicher derzeit bedient wird. Reste früherer Strecken sind rund um das Werk noch auszumachen. Der Oberbauzustand ist vergleichsweise schlecht, was neben sehr gemächlichen Fahrgeschwindigkeiten an den Weichen ein recht merkwürdiges Prozedere zur Folge hat: Jeder einzelne leere Torfwagen muss vom mitreisenden Baggerfahrer in die richtige Richtung gerissen werden, da die Zungen der Weichen keine sichere Führung der Wagen mehr gewährleisten. Wie lange das wohl noch so weiter geht?

 
Die "Hofdame" - eine DS14 (Diema 1932/1956).   Eine der beiden DFL10/16: Diema 4714/1984.
 
Die letzte Wls: EAW Posen 2343/1975.   Lokwechsel für die Fahrt in die Entladehalle.
 
Im Moor: Der Baggerfahrer beim Herumreißen der Wagen an einer spitz befahrenen Weiche.   Beladung des Zuges an der Torfmiete.
Moor-Idylle: Der beladene Zug auf dem Rückweg zum Torfwerk.