Die Schienen (Teil 2)


Auf der Suche nach schwererem Schienenprofil bekam ich nach einigen erfolglosen Bemühungen im Juli 2004 den entscheidenden Tipp von den Feldbahnern aus der Wuhlheide: Der ursprünglich auch unter Denkmalschutz stehende Streckenabschnitt des Zehdenicker Netzes von der Grube Bösenhagen ins Werk 1/1 in Gransee wurde gerade abgerissen, da durch das Fluten der Grube Bösenhagen der weitere Verlauf der 750 mm-Strecke nach Mildenberg unterbrochen war und somit kein Anschluss an das Museumsnetz mehr bestand.

Der Großteil der Strecke besaß Schienen der Bauformen S24 und S33, welche auf alten Regelspur-Stahlschwellen verlegt waren. Lediglich die letzte Ausweichstelle vor dem Werk 1/1 in Höhe des Flugplatzes Gransee besaß im Nebengleis noch Profil der Höhe 93 mm, welches sich beim genauen Hinsehen jedoch nicht als S18, sondern als preußisches Profil mit einer Metermasse von 15 kg entpuppte (Krupp 1906) - für meine Zwecke aber genau das Richtige! Da der Tipp leider erst recht spät kam, war das 93er Profil bereits komplett herausgerissen worden und schon zum großen Teil beim Schrotthändler gelandet. Lediglich 80 m Schienen waren noch vorhanden, die ich kurz entschlossen erwarb.

Beim Abriss hatte man sich um solche Feinheiten wie Jochgrößen und Schienenstöße nicht sonderlich gekümmert, sondern munter mit dem Schneidbrenner drauf los gebrannt, das Ganze anschließend per Autokran herausgerissen und in Container geworfen. Deren Inhalt landete schließlich zusammen mit einigen hundert Metern S24 auf dem Hof eines befreundeten Feldbahners in Berlin-Grünau, wo ich anschließend einen ganzen Tag mit der Flex herumwirbelte, um den unübersichtlichen Haufen zu ordnen. Am Ende konnte ich so knappe 50 m Schienen sowie 15 Stahlschwellen gewinnen, während die restlichen Schienen und Stahlschwellen nicht mehr zu retten waren und endgültig als Schrott klassifiziert wurden…

 
Die bereits beräumte Strecke mit Blick in Richtung Bösenhagen...   ...und mit Blick auf die Abrisstechnik.
 
Der Stapel 93er Gleise vor der Demontage.   Das optisch etwas magere Ergebnis: Kaum zu glauben, dass da immerhin 50 m Schienen liegen!